Kategorie: Berichte

  • Möge unsere Begegnung Sangha sein

    Möge unsere Begegnung Sangha sein

    Ein Wochenende der DBU-Einzelmitglieder im Liborianum in Paderborn

    Am Samstagmorgen, dem 11. Juli 2026, trafen sich elf Menschen in Paderborn. Bevor wir die Worte „Möge unsere Begegnung miteinander Sangha sein“ sprachen, war schon viel passiert. Menschen hatten sich für das Treffen angemeldet, Übernachtungen gebucht, sich auf den Weg gemacht und den Tagungsraum gefunden. Für einige Teilnehmende hatte das Treffen sogar schon am Vortag begonnen: beim ersten gemeinsamen Abendessen der Anreisenden, die schon am Freitagnachmittag gekommen waren. Dazu kamen noch einige Menschen aus der lokalen Lotuspfad-Sangha. Gespräche über den Dharma entstanden, ohne dass ein Arbeitsauftrag nötig war.

    Ich hatte zehn Themen vorbereitet. Diese sollten nicht alle abgearbeitet werden, sondern waren nur Vorschläge für unsere gemeinsamen Tage. Da Pläne hauptsächlich dazu da sind, über den Haufen geworfen zu werden, war mein Plan, gemeinsam einen Plan zu machen. Und das hat geklappt. Dadurch, dass wir uns gemeinsam Themen ausgesucht haben, konnten sich alle ganz selbstverständlich einbringen. Ich denke, auch das hat zum Gelingen des Treffens beigetragen.

    Das erste Thema, dem wir uns gewidmet haben, war: „Buddhismus in der Gesellschaft: sichtbar sein ohne Missionierung“. Ich möchte die Ergebnisse hier nicht langweilig nacherzählen. Vielleicht kann sich der geneigte Leser selbst ein paar der Fragen stellen, die wir bearbeitet haben:

    • Verstecken wir uns als buddhistische Gruppen manchmal zu sehr?
    • Wie können wir Angebote machen, ohne Menschen anzusprechen oder zu bedrängen?
    • Wann wird öffentliche Reichweite als Missionierung wahrgenommen?
    • Wie lässt sich der Dharma verständlich vermitteln, ohne banal zu werden?
    • Welche Rolle können lokale Veranstaltungen, Meditation, Bildungsangebote, Pressearbeit, soziale Medien oder auch künstliche Intelligenz spielen?
    • Was dürfen Menschen von einem buddhistischen Angebot erwarten – und was gerade nicht?

    Am Vormittag gab es eine gemeinsame Diskussion, am Nachmittag Arbeitsgruppen und anschließend die Vorstellung und Diskussion der Gruppenergebnisse. Mein Fazit daraus: Alle waren so motiviert und engagiert dabei, dass ich wirklich das Gefühl hatte, wir seien auf dem Dharmaweg gemeinsam ein Stück vorangekommen. Was kann man sich als Buddhist mehr wünschen?

    Drei Teilnehmende des Treffens der DBU-Einzelmitglieder im Liborianum in Paderborn im gemeinsamen Austausch.
    Gemeinsamer Austausch beim Treffen der DBU-Einzelmitglieder im Liborianum in Paderborn.

    Zwischendurch gab es immer wieder kurze Pausen. Ein Highlight war die Mittagspause mit dem hervorragenden Essen im Liborianum. Ich denke, niemand hat sich gelangweilt. Alle haben sich gefunden, und es gab viele Gespräche zwischen den Gesprächen. Zum Beispiel hatte eine Teilnehmende als junge Frau in dem Gebäude gearbeitet, als es noch ein Internat war, und erzählte uns einige interessante Geschichten.

    Dass unser buddhistisches Treffen in einem katholischen Bildungshaus stattfand, fühlte sich nicht widersprüchlich an. Das ruhige Ambiente und die herzliche Betreuung trugen vielmehr dazu bei, dass wir uns auf unsere Themen und aufeinander einlassen konnten.

    Abgerundet wurde der Samstag durch das gemeinsame Essen bei dem Inder in der Nähe. Wir waren auf eine gute Art erschöpft. Das hinderte uns aber nicht daran, noch ein paar Gespräche zu vertiefen oder uns noch besser kennenzulernen.

    Am Sonntag hatten wir noch einen halben Tag und beschäftigten uns mit dem Thema „Sangha-Kultur: Umgang mit Unterschiedlichkeit, Konflikt und Verantwortung“. Die Gespräche waren etwas dynamischer, und ich habe keine Aufzeichnungen davon. Daher möchte ich nur ein Thema nennen, das mir in guter Erinnerung geblieben ist: die Lehrer-Schüler-Beziehung.

    Da ganz verschiedene Menschen aus unterschiedlichen Traditionen und mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen auf ihrem Weg dabei waren, gab es viel auszutauschen. Dabei habe ich viel gelernt und mitgenommen. Was mich besonders berührt hat, war genau diese Verschiedenheit und zugleich die gemeinsame Basis. Genau das macht die DBU aus, und genau das öffnet mein Herz, wenn ich sehe, wie gut Buddhisten trotz aller Unterschiede immer wieder miteinander auskommen.

    Ich halte mein Fazit kurz:

    Ein gelungenes Treffen. Niemand blieb Zuschauer. Selbst gewählte Themen erzeugen echtes Interesse. Unterschiede waren kein Problem, sondern eine Bereicherung. Erschöpfung ist nicht schlimm, wenn man engagiert ist.

    Möge alles Heilsame, das hier entstanden ist, nicht uns gehören, sondern sich in allen Wesen entfalten.

  • Märchenhaftes Dharma-Treffen in Paderborn

    Märchenhaftes Dharma-Treffen in Paderborn

    Historisches Sandstein-Gebäude mit rotem Satteldach, Bogenfenstern, Rasen und Bäumen an einer ruhigen Straße.
    Jugendgerberge in der Heiersburg

    Es war einmal an einem wunderschönen, sonnigen Wochenende in Paderborn, sieben Menschen aus der Gegend und neun Reisende hatten sich in der alten Burg versammelt, um gemeinsam über alte Weisheiten, Vergangenheit und Zukunft zu parlieren.

    Das dunkle Kaminzimmer war liebevoll mit Blumen geschmückt, sodass der Geist sich erfreuen konnte. An den Abenden wurde ein Festmahl mit feinsten, köstlichen indischen Speisen aufgetragen, damit Körper und Geist gleichermaßen gestärkt wurden.

    So märchenhaft fühlte sich das Dharma-Wochenende der Lotuspfad-Sangha in Paderborn an, das wir gemeinsam mit dem Einzelmitglieder-Treffen der Deutschen Buddhistischen Union (DBU) organisiert hatten. Es war ein intensives, inspirierendes und vor allem herzliches Miteinander.

    Planung & Vorbereitung

    Bunter Blumenstrauß mit weißen Chrysanthemen, rosa und lila Blüten in Vase vor Stuhlreihen auf Holzfußboden
    Eine Teilnehmerin hat für wunderschöne Blumen gesorgt

    Begonnen hatte alles mit dem Wunsch, jemanden in unsere Sangha einzuladen, der uns mit seiner Erfahrung unterstützen könnte. Seit Längerem hatte ich bereits Kontakt zu Edward, der einen Stammtisch im Rahmen der DBU organisiert und wie ich Vertreter der Einzelmitglieder ist. Irgendwann wurde klar: Warum nicht einfach Edward einladen? Manchmal sieht man das Offensichtliche nicht sofort.

    Edward hatte schließlich die großartige Idee, unser Sangha-Treffen mit einem DBU-Einzelmitgliedertreffen zu verbinden und alle gemeinsam nach Paderborn einzuladen. Gesagt, getan – und es hat wunderbar geklappt.

    Es gab einiges vorzubereiten: Abstimmungen mit der DBU-Verwaltung, Buchung der Jugendherberge, Planung der Verpflegung und Organisation der Online-Anmeldungen. Nachdem sich rund zwanzig Teilnehmer angemeldet hatten, blickten wir freudig dem Wochenende entgegen.

    Anreise und erstes Kennenlernen

    Neun Personen unterschiedlichen Alters stehen in lockerer Reihe auf einem Gehweg neben einer steinernen Mauer und Büschen.
    Die ersten Teilnehmer kommen an

    Am Freitag war Anreisetag. Trotz kleiner Schwierigkeiten mit der Deutschen Bahn fanden sich abends etwa zehn Teilnehmer beim Inder gegenüber der Burg ein, um sich erstmals kennenzulernen. Die Atmosphäre war herzlich und entspannt, das Essen lecker und passend vegetarisch und vegan. Sogar eine Buddha-Statue begleitete uns bei diesem ersten gemeinsamen Abend.

    Samstag – Dharma & Begegnung

    Vier Männer sitzen an einem Holztisch in einem Tagungsraum, diskutieren; Wasserflaschen, Papiere und Stifte auf dem Tisch.
    Ein paar der Teilnehmer

    Am Samstagmorgen starteten wir mit einem gemeinsamen Frühstück. Danach versammelten wir uns im mittelalterlichen Kaminzimmer der Jugendherberge. Ganz bewusst hatten wir auf eine strikte Zeitplanung verzichtet, denn es war uns wichtig, Raum für Begegnungen und Gespräche zu schaffen. Das mag zunächst ungewohnt gewesen sein, aber genau darin lag die Qualität dieses Treffens.

    Wir nahmen uns viel Zeit zum gegenseitigen Kennenlernen und planten spontan, wie wir den Tag gestalten wollten. Gerade in dieser offenen Struktur zeigte sich die besondere Qualität der Dharma-Praxis: achtsam, flexibel und vor allem herzlich.

    Erwachsene sitzen an U-förmigen Tischen bei einer Besprechung in einem hellen Raum mit hohen Fenstern
    Noch mehr Teilnehmer

    Bis zum Mittag beschäftigten wir uns mit der DBU und der Arbeit der Delegierten. Danach aßen wir schweigend zu Mittag, was eine wunderbare Gelegenheit bot, das Gehörte nachwirken zu lassen. Einige nutzten anschließend die Gelegenheit, ein Café zu besuchen, andere machten eine Gehmeditation durch Paderborn.

    Drei Personen stehen in Seminarraum vor Fenster und Flipchart: älterer Mann, junger Mann mit Tablet, Frau im gemusterten Rock
    Gruppenarbeit

    Am Nachmittag arbeiteten wir in Kleingruppen und präsentierten anschließend unsere Erkenntnisse. Der Tag klang mit einem gemütlichen Abendessen beim Inder aus. Wir saßen lange zusammen, vertieften Gespräche und genossen die Freude, gemeinsam auf dem Dharmaweg zu sein.

    Gruppe älterer Menschen an langem Holztisch in gemütlichem Restaurant, isst und lacht bei warmem Licht.
    Essen beim Inder gegenüber

    Sonntag – Abschluss mit Tiefe

    Am Sonntagmorgen waren wir eine kleinere Runde, hauptsächlich die Übernachtungsgäste und einige Paderborner. Nach dem Frühstück entschieden wir uns spontan für ein gemeinsames Dharmagespräch über die Vier Edlen Wahrheiten. Solche Gespräche kennen wir bereits gut aus unserem Lotuspfad – mit neuen Teilnehmern war es jedoch besonders inspirierend und bewegend.

    Ältere Personen bei einer Besprechung um hufeisenförmigen Holztisch, mit Notizen, Stiften und Wasserflaschen
    Dharmagespräch am Sonntag

    Nach einer abschließenden Widmung räumten wir gemeinsam auf und verabschiedeten uns herzlich voneinander.

    Persönliches Fazit

    Ein Treffen ohne festen Plan war ein Experiment, das sich dank der Offenheit und Motivation aller Teilnehmer als wunderbare Erfahrung herausstellte. Die Begegnung mit so vielen lieben Menschen, die spürbare Freude und die gemeinsame Praxis des Dharma machen Lust auf weitere Treffen in ähnlicher Form.

    Ein herzliches Danke an alle, die dabei waren! Möge der kostbare Bodhi-Geist überall wachsen, niemals versiegen und immer weiter gedeihen.

    Und wenn sie nicht erleuchtet sind, so üben sie den Dharma noch heute.

    Zwei Personen gehen von hinten eine ruhige Wohnstraße entlang; eine mit weißem Haar und orangefarbenem Rucksack.
    Paderborn wurde auch erkundet